
(Weser bei Höxter. Blickrichtung – Godelheim – 26.5.2026)
Die Weser ist insgesamt 725 Kilometer lang, fließt von der Stadt Hann. Münden bis zur Großstadt Bremen und durch die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bremen. Der Weseranfang ist an der Stelle bei Hannoversch Münden, wo Werra und Fulda zusammenfließen und sich in die Weser weiter den Verlauf nehmen. In der Vergangenheit zählte die Werra als der Oberlauf der Weser und der Fluss Fulda war schon immer der Nebenfluss der Weser. Seit dem 8. Jahrhundert wird die Weser in zahlreichen Urkunden der verschiedenen Landesherren mit Namen wie Wesera, Wisura oder Wisara erwähnt. Alle Varianten werden aus dem Althochdeutschen ins aktuelle Deutsch als „fließendes Wasser“ übersetzt. Im 11. Jahrhundert war die Weser ein sehr wichtiger Wasserweg im ganzen Sachsengebiet. Die Weser wird in drei provisorische Teile aufgegliedert: Oberweser – von der Stadt Hann. Münden bis zu der Stadt Porta Westfalica in Nordrhein-Westfalen; Mittelweser – ist ein Teil des Weserverlaufes bis zu Hustedt bei Bremen; Unterweser – ist ein Flussteil bei Bremen. Zu der Geschichte der Weser gehört selbstverständlich das „Weserlied“ von Franz Dringelstedt:
Wo die Weser einen großen Bogen macht, wo der Kaiser Wilhelm die treue Wacht hält, trinkt man die Halben in zwei Zügen aus. Da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus: Refrain: Wir ziehen ins Weserland, ins schöne Heimatland, Dich will ich lieben bis in den Tod. 2. Wo die krumme Diemel in die Weser fließt, wo der Jordan sprudelnd in die Bever schießt, Wo man dem Kranken Gicht und Rheuma austreibt, da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus. Refrain: Wir ziehen ins Weserland, ins schöne Heimatland, Dich will ich lieben bis in den Tod. 3. Muss ich einmal in die weite Ferne ziehen, treibt die Sehnsucht wieder mich zur Weser hin. Von Hann. Münden fließt sie bis zum Nordseestrand. Dort ist meine Heimat, ist mein Vaterland. Refrain: Wir ziehen ins Weserland, ins schöne Heimatland, Dich will ich lieben Bis in den Tod. 4. Wenn ich einmal tot bin, schaufelt mir ein Grab in die Erde, die ich so geliebt hab. Schreib auf meinen Grabstein diese Worte auf: Hier ward meine Heimat, hier ward ich zu Haus. Refrain: Wir ziehen ins Weserland, ins schöne Heimatland, Dich will ich lieben Bis in den Tod.
Dieses Gedicht wurde im Jahre 1835 von Franz von Dingelstedt geschrieben und von Gustav Pressel komponiert in Todenmann bei Rinteln. Die Weser ist nicht gleich tief, die Tiefe ist von Ort zu Ort unterschiedlich und schwankt von 2 Metern bis 6 Metern. Die Weser mündet bei Bremerhaven in die Nordsee. Die Geschichte der Weser war schon immer von zahlreichen Veränderungen und Entwicklungen durch den Menschen geprägt. Zum Beispiel in der Eiszeit war der Weserverlauf ganz anders als im Mittelalter. Im Mittelalter gehörten zu der Weser Nebenflüsse, die sich in der Nähe der Nordseeküste bildeten. Mit der aktiven wirtschaftlichen Tätigkeit des Menschen veränderte sich der Weserverlauf in der Neuzeit drastisch wieder. In vielen Teilen des Verlaufes wurde der Fluss verschleimt, zugeschüttet oder verrohrt. In der Vergangenheit spielte die Weser in der Geschichte des Deutschen Reiches eine wichtige Rolle, genauer in der Siedlungs-, Wirtschafts- und Staatengeschichte. Im Mittelalter war die Weser ein sehr bedeutender Handelsweg, der mehrere Regionen des Landes verbunden hatte. In der Vergangenheit war die Weser öfter mal als in der Gegenwart von Hochwassern betroffen. Viele schriftliche Beweise, die in den örtlichen Archiven aufbewahrt werden, sind Zeuge dieser Tat.

(Weser mit der Brücke bei Höxter. – 26. Mai 2026.)
In vielen historischen Quellen aus den 1340er Jahren geht die Rede um das Magdalene-Hochwasser. Die Magdalenenflut passierte im Jahre 1342 und es gab drastische Überschwemmungen in mehreren Ländern Mitteleuropas, die auch die Weser schwer trafen. Es war das schlimmste Hochwasser des gesamten zweiten Jahrtausends. Durch diese Magdalenenflut vermuten die Geographen, dass sich der Weserverlauf stark veränderte. Diese Flut hatte auch eine drastische Einwirkung auf die europäische Pest-Epidemie von 1346 bis 1353. Die Oberweser (von Hann. Münden bis Minden) ist bei den Wassersportlern sehr beliebt als ein Sportrevier. Die Weser wird von dem Schiff fahrtaktiv genutzt. Güterschifffahrt und Passagierfahrt werden auch noch heute betrieben. Genau gesagt wird der Weserteil zwischen Hastedt bei Bremen und Bremerhaven als Unterweser bezeichnet. An der Stelle, wo sich Werra und Fulda treffen und die Weser einfließt, bei Hann. Münden, wurde ein Weserstein mit dem Weserlied (Wesergedicht) aufgestellt.
Sicher ist, dass die Weser einer der längsten Flüsse Deutschlands ist, und sie spielt auch noch heute eine bedeutende Rolle in der Kultur und in der Geschichte unseres Staates. Auf dem Weserstein am Hannoversch Münden, der am 31. Juli 1899 aufgestellt wurde, befindet sich eine Inschrift: „Wo Werra sich und Fulda küssen, / Sie ihre Namen büßen müssen. / Und hier entsteht durch diesen Kuss / Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.“ Diese historische Innenschrift zeigt uns, welche Bedeutung die Weser schon immer für den Menschen gehabt hatte. Der gesamte Weserstrom war in der Vergangenheit sehr bedeutsam für den Handel und für den Transport. Besonders wichtig war die Weser für norddeutsche Ortschaften. Die Weser ist der längste Fluss des Landes, der nur in Deutschland fließt. Für viele Deutsche war die Weser in früheren Zeiten ein Symbol des Zusammenschlusses, nicht nur der Natur, sondern auch aller Menschen. Die Geschichte der Weser ist eng verbunden mit der Geschichte der Dörfer und Städte, die entlang des Weserverlaufs entstanden sind. Vor ungefähr 3,5 Millionen Jahren war der Verlauf dieses Flusses ganz anders als heute. Von Hameln verlief er ursprünglich von Hameln in die Richtung zur Nordstemmen, Rössing, Sarstedt, Gleidingen, Laatzen zur Brelingen. Dann floss die Weser über Hagen bei Neustadt in Richtung Nienburg.
Bei Hann. Münden gibt es zwei Weserinseln, die sich am Zusammenschluss von Werra und Fulda befinden: Tanzweder und Doktorwerder. Und bei der Stadt Hameln kann man zwei Weserinseln (Flussinseln) besichtigen: Schleusenwerder und Werder. Im Bremer Gebiet entstand eine künstlich verbesserte Weserinsel, die den Namen „Peterswerder“ erhalten hat. In der Region des Oberweserberglandes wurden von den Biologen ca. 380 Tierarten, etwa 580 Pflanzenarten und über 30 Fischarten festgestellt und besichtigt. Im Laufe der Zeit wurde die Weser öfters mal begradigt, in vielen Orten eingedeicht oder durch Ausbaggerungen verändert. Die Landschaftsbetriebe und die Industriebetriebe verschmutzen auch noch heute die Weser aktiv. Die Ortschaften, die entlang der Weser lagen, profitierten in der Vergangenheit von der wirtschaftlichen Entwicklung, denn damals waren der Handel und der Transport gebührenpflichtig. Die Abgaben gingen hauptsächlich in die Ortskassen. Die Weser war politisch und strategisch für jeden Landesherrn schon immer sehr wichtig. Die Weser verbindet auch noch heute viele Ortschaften im Inneren Deutschlands eng miteinander. Heute wird die Weser hauptsächlich von der Tourismusbranche aktiv genutzt. Der Transport und Handel auf der Weser sind im Laufe der Zeit rasch zurückgegangen. Für die meisten kleinen und mittleren Ortschaften ist auch heute die Weser wichtig geblieben.




