Die Deutsche Märchenstraße

Die Deutsche Märchenstraße ist eine sogenannte „Touristikstraße“, die sich mit bestimmten Themen beschäftigt und einen einzigen Zweck verfolgt, so gut wie es möglich ist, alle Orte befassen, die irgendwie mit den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm verbunden sind. Die ,,Deutsche Märchenstraße“ wurde offiziell 1975 mit einer festgelegten Route, die über 600 Kilometer lang ist, von der Stadt Hanau in Hessen bis zu der Großstadt Bremen ins Leben gerufen. In der hessischen Stadt Steinau an der Straße wurde im Jahre 1975 die ,,Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße“ gegründet. Aktuell gehören zu dieser Arbeitsgemeinschaft über 40 Städte und Dörfer. Seit dem 1. Januar 2007 wurde die Arbeitsgemeinschaft in ,,Verein Deutsche Märchenstraße“ umbenannt. Durch acht Naturparks führt diese Märchenstraße: Hessischer Spessart, Vulkanregion Vogelsberg, Kellerwald-Edersee, Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, Habichtswald, Weserbergland. Die ,,Deutsche Märchenstraße“ läuft durch mehrere Bundesländer von Süden nach Norden: Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Freie Hansestadt Bremen.  

Stadt Hanau (Hessen): Ist der Geburtsort der Brüder Grimm und ist der Austragungsort der jährlichen Brüder-Grimm-Festspiele (Märchenspiele). Die Festspiele finden von Mai bis August statt. Es werden mehrere Märchen aus der Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ von den Schauspielern dargestellt. Jedes Jahr werden immer andere Märchen aufgeführt. 1985 wurden die ersten ,,Brüder-Grimm-Märchenspielen“ am Rande des Schlossparks des Schlosses Philippsruhe auf der Szene des Freitheaters ,,Amphitheater“ präsentiert. Das Theater hat 1230 Sitzplätze. Jedes Märchen hat eine musikalische Begleitung. Von 8. Mai 2026 bis 31. Juli 2026 werden in Hanau die 42. Brüder-Grimm-Festspiele stattfinden. Für den Besuch des Amphitheaters muss man Eintrittspreis leisten, Normalpreis liegt zwischen 37 und 49 Euro, Am Mittwoch zahlst du 19 Euro, Kinder zahlen von 19 Euro bis 31 Euro. In der Stadt Hanau steht auf dem Marktplatz das Brüder-Grimm-Denkmal, das am 18. Oktober 1896 eingeweiht wurde. Bronzestatuen der Brüder Grimm (Jacob und Wilhelm) auf einem Steinsockel. Ist ein Wahrzeichen der Stadt Hanau. Wilhelm sitzt und Jacob steht. Stadt Gelnhausen in Hessen – mehrere Sagen und italienische Kunstmärchen, die von Clemens Brentano erzählt wurden und von den Brüdern Grimm in Deutsch übersetzt und aufgeschrieben wurden, zum Beispiel: ,,Gockel, Hinkel und Gackelela“.

Steinau an der Straße, Brüder-Grimm-Haus: Es ist ein Museum, das den Brüdern Grimm gewidmet wurde. Ein altes Fachwerkhaus, das im Jahre 1562 erbaut wurde. Hier wohnte die Familie Grimm von 1791 bis 1796. Das Museum im Brüder-Grimm-Haus wurde im Jahre 1998 gegründet. Im Innenhof steht eine große Figur des Froschkönigs. Gründer des Museums war eine geschichtlich orientierte örtliche Gesellschaft. Das Haus war ursprünglich ein Amtshaus der Stadt Steinau an der Straße. Adresse des Brüder-Grimm-Museums lautet: Brüder-Grimm-Straße 80, 36396 Steinau an der Straße. Mitarbeiter des Museums bieten eine 60 Minuten lange Führung durch das Museum. Es ist eines der größten und wichtigsten Museen, das sich vollständig mit dem Wirken und Leben der Brüder Grimm beschäftigt. Eintrittspreise: Erwachsene bezahlen 6 Euro, Kinder 3,50 Euro, Gruppen ab 15 Personen zahlen 4 Euro für jeden. Freiensteinau (hessische Gemeinde) – hier befindet sich eine Sehenswürdigkeit, die Christkindes Wiege (der Sage nach soll die Jungfrau Maria auf ihrer Wanderung das Jesuskind über Nacht in eine ,,Krippe“ gelegt) ist ein Naturdenkmal in Form einer bewaldeten Kuppe oberhalb von Freiensteinau. Hier lebte und predigte der deutsche Pfarrer, Schriftsteller und Heimatforscher Theodor Bindewald (1828–1880). Viele Sagen von Binde-Wald wurden von den Brüdern Grimm aufgeschrieben.

Grebenhain (eine hessische Gemeinde): Hier schrieben die Grimms das Märchen ,,Die Teufelsmühle zu Ilbeshausen“ auf. Es ist ein aus dem Jahr 1691 stammender Fachbau, der als Wassermühle erbaut wurde. Wie die Legende uns erzählt, wurde diese Wassermühle von einem Müller mit Hilfe des Teufels erbaut. Herbstein (Stadt in Hessen) – in dem Stadtteil Alten-Schirl wurde der Sagensammler Theodor Bindewald geboren. Er war ein sehr wichtiger Helfer der Brüder Grimm. Hessische Stadt Marburg: Hier studierten Jacob und Wilhelm Grimm Rechtswissenschaften. In Marburg schrieben die Grimms mehrere Legenden über die Heilige Elisabeth (Elisabeth war eine Tochter des Königs Andreas des Zweiten von Ungarn). Elisabeth wurde durch die Heirat Landgräfin von Thüringen. Im Jahre 1235 wurde sie heiliggesprochen und wird noch heute als Landespatronin geehrt. Lahntal-Großfelden (eine hessische Gemeinde): in diesem Ort hatte sein aktives Berufsleben der Maler Otto Ubbelohde vollbracht. Fast alle Illustrationen der Kinder- und Hausmärchen und der Deutschen Sagen, die von den Brüdern Grimm veröffentlicht wurden, hat dieser Maler geschaffen.

Stadt Rauschenberg in Hessen – bekannt sind der sogenannte ,,WanderMärchenWeg“ und der Märchenwald. In dem künstlerisch geschaffenen WanderMärchenWeg mit dem Märchenwald wurden über 60 Sagen und Märchen von Jacob und Wilhelm Grimm verortet. Es sind Sagen, Legenden und Märchen, die in der Stadt Rauschenberg entstanden und aufgeschrieben wurden. Der Startpunkt befindet sich auf dem Rathausplatz, direkt am Rathaus (Schlossstraße 1). Dieser Weg geht rund um die Stadt und ist über 2,5 Kilometer lang und dauert ungefähr 45 Minuten für eine Wandergruppe. Alle Figuren und andere Gegenstände wurden von den Grundschülern geschaffen und werden von ihnen sorgfältig gepflegt. Jedes Jahr säubern die Kinder die Märchenfiguren im Märchenwald. Der WanderMärchenWeg mit dem Märchenwald ist das ganze Jahr und rund um die Uhr für alle Interessierten geöffnet. Es wird von den Betreibern kein Eintrittsgeld gefordert.

Alsfeld (Stadt in Hessen): In dieser Stadt befindet sich ein interessantes Baudenkmal, das Märchenhaus. Auf dem städtischen Bachtelsberg liegt ein sogenannter „Hexentanzplatz“. Adresse des Märchenhauses – Sackgasse 2., 36304 Alsfeld. Ist ein Museum und ist eröffnet an jedem Samstag von 10.30 bis 12.30 und von 14.00 bis 17.00 Uhr; Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Das ,,Märchenhaus“ ist ein saniertes und restauriertes Fachwerkhaus, das im Jahre 1628 errichtet wurde. Ist ein historisches Baudenkmal der Stadt Alsfeld, das unter Denkmalschutz steht. Das Museum befindet sich auf beiden Ebenen und in jedem Zimmer befinden sich Szenen aus den Sagen und Märchen aus „Kinder- und Hausmärchen“ mit einer kurzen Beschreibung. Im Erdgeschoss wurde ein großer Erzählungsraum eingerichtet, wo viele verschiedene Märchen per Band vorgetragen werden. Auf dem Hof steht ein alter Brunnen, an dem das Märchen ,,Froschkönig“ alle Besucher besichtigen und anhören können. Das Museum ,,Märchenhaus“ wurde von der Märchenerzählerin Silvia Völker gegründet und lange Zeit auch geführt. Es gibt keine festgelegten Eintrittspreise, um das Museum zu besichtigen. Es wird von den Museumsmitarbeitern um eine Spende gebeten. Die Stadt Alsfeld hat noch anzubieten einen sogenannten ,,Hexentanzplatz auf dem Bechtelsberg“ – in alten Erzählungen wird erwähnt, dass auf dem Bechtelsberg in der Vergangenheit viele Hexen in der Walpurgisnacht (zum 1. Mai) sich sammelten und mit dem Teufel tanzten. Deswegen bekam dieser Ort seinen Namen ,,Hexentanzplatz“. Auch noch heute wird auf dem Bechtelsberg zur Walpurgisnacht ein großes Feuer gezündet. Dieser Brauch hat heidnische Ursprünge und war eine wichtige Kultstätte der heidnischen Göttin Berchta.

Lahntal eine hessische Gemeinde in dem Ort befindet sich ein historisches Baudenkmal, das Otto-Ubbgelohde-Haus. Das war früher das Wohnhaus des Künstlers Ubbelohde, der alle Illustrationen des Brüder-Grimm-Werkes „Kinder- und Hausmärchen“ erstellt hatte. Ist heute ein Museum des Künstlers. Stadt Frankenberg (Eder): eine hessische Stadt, in der mehrere Sagen von den Grimms aufgeschrieben wurden. Besonders bekannt ist die Sage ,,Die Frau unter den Wichtelmännchen“. Eine kurze Erzählung der Sage: Es wohnte vor langer Zeit in Frankenberg eine Frau, die Kinder betreute. Sie erzählte allen Kindern fantasievolle Geschichten über die Wichtelmännchen aus der Zeit, als sie bei ihnen acht Tage wohnte. Heimlich beobachtet sie das Wichteln bei der Arbeit. Nach dieser Zeit wurde sie sehr reich. Wegen der Lüge und des Betrugs wurde sie von den Wichtelmännchen auf dem linken Auge geblendet, weil sie mit dem Auge sie gesehen hatte. Willingshausen (Gemeinde in Nordhessen) – in diesem Ort war lange Zeit tätig Der jüngere Bruder von Grimms, Ludwig Emil, war ein Radierer, Maler und Kupferstecher. Ludwig Emil Grimm war Mitgründer der berühmten Willingshäuser Malerkolonie, ist heute die älteste Künstlervereinigung europaweit (gegründet 1824). Er hat aktiv mitgeholfen bei der Erstellung von künstlerischen Bildern zu den Sagen und Märchen, die von Jacob und Wilhelm Grimm veröffentlicht wurden.

Nordhessische Stadt Schwalenstadt. – In dieser Stadt wohnten die Märchenbeiträger Ferdinand Siebert und Friederike Mannel, die aktiv mitwirkten in der Veröffentlichung des Werkes „Kinder- und Hausmärchen“. Stadt Neukirchen (Hessen) – in der Altstadt stehen mehrere märchenhafte Exponate und das bekannte und sehr beliebte Museum ,,Märchenhaus“. Das Märchenhaus ist ein kleines historisches Fachwerkhaus, das denkmalgeschützt wird. Das Museum beschäftigt sich stets mit den Werken der Brüder Grimm. In den Räumen sind viele Szenen aus Sagen und Märchen aufgestellt, die öfter mal durch neue Ausstellungen ersetzt werden. Zahlreiche Exponate aus Grimms Märchen stehen überall. Eine Märchenerzählerin kann den Besuchern nach einer Vereinbarung Märchen vortragen. Das ,,Märchenhaus“ wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Heute ist es ein restauriertes Baudenkmal. Adresse lautet – Marktplatz 10. In der Innenstadt stehen viele Figuren aus „Kinder- und Hausmärchen“. Zum Beispiel: Szenen aus dem Märchen ,,Rotkäppchen“, Rapunzel-Zopf an vielen Hausfenstern, auf dem Marktplatz steht ein Märchenbrunnen, unter dem Torbogen der Stadtmauer Pferdekopf (Fallada) aus dem Märchen ,,Gänsemagd“, goldener Schuh aus Messing auf der Treppe der alten Apotheke steht für das Märchen ,,Aschenputtel“, am Brunnen auf dem Reiff-Eisenplatz liegt eine goldene Kugel für ,,Froschkönig“. Das Museum ,,Märchenhaus“ wurde von der Märchenerzählerin Gudrun Grünberg gegründet. Von Montag bis Freitag ist das Museum geöffnet und nach Vereinbarungen können Märchenstunden gebucht werden. Das Museum steht gegenüber der Nikolaikirche. Eintrittspreise: Erwachsene – 3 Euro, Kinder – 1,5 Euro, Märchenlesung – für Kinder 40 Euro und für Erwachsene 50 Euro (eine Gruppe nicht weniger als 10 Personen), Märchenerzählung für eine Gruppe ab 10 Personen für Kinder 45 Euro und für Erwachsene 55 Euro. Das Museum hat aktuell über 160 Exponate.

Hessische Gemeinde Knüllwald:eine märchenhafte Sage über eine evangelische Kirche vom Remsfeld, die in der modernen Zeit schon keine Kirche mehr ist. Nach der Sanierung wurde diese Remsfeld-Kirche in ein Gemeindehaus umgewandelt. In vielen regionalen Sagen, die von den Brüdern Grimm aufgeschrieben wurden, ist die Kirche von Remsfeld der tragische oder satirische Mittelpunkt. Homberg/Efze (Stadt in Hessen) – Hier wurden von Jacob und Wilhelm Grimm mehrere deutsche Sagen und Märchen gesammelt. Zum Beispiel die Sage ,,Die Weiße Frau zu Homberg“. Jede Stadtführung wird von einer weiß gekleideten Frau begleitet. Es ist eine alte altdeutsche Sage über eine sogenannte ,,Weiße Frau“ die durch die Stadt nachts in einem weißen Nachthemd läuft und durch die Gegend spuckt. Es soll eine verstorbene Jungfrau sein. In der Sage, die von den Brüdern Grimm aufgeschrieben wurde, ist es Geistergestalt eine Jungfrau. Auch noch heute erzählen die Stadtführer allen Gästen gern diese Legende. Auf dem Marktplatz steht ein ,,Brüderchen und Schwesterchen Brunnen“. Es ist eine Brunnenskulptur, die von dem Professor Ewald Rumpf im Jahre 1997 geschaffen wurde. Entwurf der Brunnenskulptur gehört dem Künstler Karl-Heinz Hufnagel. Es ist eine Bronzeskulptur. In der Stadt Homberg/Efze schrieben die Grimms das Märchen auf und veröffentlichten es in ihrem Werk „Kinder- und Hofmärchen“.

Nordhessische Stadt Fritzlar – Aus Fritzlar stammt die Sage ,,Der Heilige Bonifatius und die Donareiche“. Im Jahre 723 diskutierte hälftig der Heilige Bonifatius mit den Heiden, wer den stärkeren und echten Glauben besitzt: die Christen oder die Heiden mit ihrem Obergott Donar. Als Beweis ließ er von den Waldarbeitern die heidnische Kultstätte Donareiche zu fällen und die Leute werden dann nicht bestraft werden für diese Tat. Es passierte in der Nähe der Stadt Fritzlar, auf einem Hügel bei Geismar. So wurden die meisten örtlichen Heiden zu Christen. Aus dem Eichenholz ließ der Bonifatius an dieser Stelle eine kleine Petruskapelle errichten. Diese Sage wurde von den Brüdern Grimm in ihre Sammlung von Sagen, Legenden und Märchen aufgenommen. Stadt Waldeck in Hessen: In dieser Stadt schrieben die Grimms die Sage ,,Die Zwerge vom Treustein“, die eng mit dem Schloss und dem in der Nähe liegenden Edersee verbunden ist. In der Nähe des Schlosses Waldeck liegt der Felsen Treustein, in dem sich sich ein versteckter Eingang zum unterirdischen Zwergschloss befinden soll. Die Sage erzählt uns, dass der letzte Schlossherr von Waldeck unerwartet unter diesem Felsen begraben wurde. Die Bergzwerge klettern öfters mal in der dunklen Mitternacht auf den Treustein und feiern ihre Zusammenkünfte. Die Zwerge zählen zu den aktiven und unsichtbaren Helfern für alle Menschen der Gegend. Der Herrscher der Ederzwerge wird von den Märchenerzählern als Wichtelkönig Eck genannt, der tief unten im Schloss Waldeck wohnt. Die Zwerge verstecken sich, wenn das Tal im Edersee verschwindet.       

Bad Wildungen (Nordhessen): Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt über das Wirken der Brüder Grimm ist das Schneewittchen-Dorf im Stadtteil Bergfreiheit. Das Märchen ,,Schneewittchen und die sieben Zwerge“ hat einen nordhessischen Ursprung. Dieses Märchen wurde den Grimms von der Märchenerzählerin Marie Hassenflug (die aus Kassel stammte) in Wildungen erzählt. Wie es vermuten lässt, wurde das Schicksal der Tochter des Grafen von Waldeck, Margaretha, als Vorbild für das Märchen über Schneewittchen genommen. Wie die früheren Märchenerzähler behaupteten, dass die sieben Zwerge im früheren Bergwerksdorf Bergfreiheit wohnten und aktive Helfer der örtlichen Bergarbeiter waren. In der Erzählung von Marie Hassenflug hatte das Schneewittchen gelbe (goldene) Haaren, auch in der ersten Veröffentlichung der Brüder Grimm hatte das Schneewittchen blonde Haare. Heute ist hier ein Naturpark geschaffen. In den Stollen stehen kindergroße Zwerge in dem Besucherbergwerk. Das Schneewittchenhaus war ursprünglich ein Wohnhaus einer Familie des Bergmanns. Auf dem Hof des Schneewittchenhauses werden zahlreiche verschiedene Märchen der Brüder Grimm dargestellt. Im ganzen Ort kann man öfters mal Schneewittchen-Figuren sehen. Eintrittspreise sind niedrig: Für Erwachsene sind es 3 Euro pro Person und für ein Kind sind es 1 Euro und 50 Cent. Bad Wildungen ist ein Teil der ,,Deutschen Märchenstadt“.

 Gudensberg (Stadt in Hessen) Hier wurde von den deutschen Schriftstellern Jacob und Wilhelm Grimm die Sage ,,Die Blaue Blume und der Hirt am Odenberg“ aufgeschrieben und als ein Teil des Werkes „Kinder- und Hausmärchen“ herausgegeben. Kurzer Inhalt dieser Sage – die Blaue Blume ist ein Symbol der Verbundenheit des Menschen mit der Natur, Magie und Menschengefühlen. Laut der Sage, wenn ein Hirt die Blaue Blume findet, pflügt und sie mitnimmt, findet er in der nahen Zukunft einen großen Schatz am oder im Odenberg. Die Gegend um Odenberg ist ein Teil, der zur „Deutschen Märchenstraße“ gehört. Stadt Niedenstein (Hessen): Diese hessische Stadt ist die Heimat des Märchens ,,König Drosselbart“. Dieses Märchen ist ein Teil der Grimmschen Märchen- und Sagensammlung ,,Kinder und Hausmärchen.“ Aus Niedenstein stammt auch die Sage ,,Die jungen Hunde“. Europaweit präsent – rennt der König Drosselbart mit der Prinzessin die Stadt Niedenstein. Jährlich werden in der Stadt mehrere Grimms-Märchen dargestellt, insbesondere das Märchen ,,König Drosselbart“. In der Altstadt werden Veranstaltungen ausgeführt, die speziell Märchen und Sagen der Brüder Grimm darstellen. Wie das Märchen uns erzählte, wohnte der König Drosselbart auf dem Schloss Falkenstein, das heute eine Burgruine ist. Die Sage ,,Die jungen Hunde“ ist eine dramatische Geschichte über eine stolze und hochnäsige Frau, Edelfrau, die befiehlt, ihre eigenen sechs von sieben Kindern zu töten. Der Edelmann rettete aber die Kinder…. Wolfhagen (hessische Kleinstadt) ist die Heimat des Grimm’schen Märchens „Der Wolf und die sieben Geißlein“ – auf dem Marktplatz steht ein Brunnen, der dieses Märchen darstellt und deswegen den Beinamen ,,Märchenbrunnen“ bekam. Im Rathauskeller ist ein Raum umgestaltet, der Figuren dieses Märchens und verschiedene Märchenszenen präsentiert. Eingang zum Märchenkeller ist kostenfrei in der Zeit, wenn auch das Rathaus geöffnet ist, Adresse des Märchenkellers lautet: 34466 Wolfhagen., Altes Rathaus am Kirchplatz 1.

 Schauenburg in Hessen: Schauenburg ist eng mit dem Wirken der Brüder Grimm verbunden. In der Ortsmitte steht die sogenannte ,,Schauenburger Märchenwache“ (Lange Straße 2) und steht direkt vor dem Märchenbrunnen. Die Märchenerzählerin Marie von Hassenflug (verheiratet von Dalwigk) erzählte den Brüdern Grimm, in der Zeit, als sie sich in Schaumburg aufgehalten haben, ein Märchen über eine Wassernixe. Die Schauenburger Märchenwache entstand als ein Andenken an Marie von Hassenflug und an den in Breitenbach geborenen Wachmeister Johann Friedrich Krause. Die beiden haben den Brüdern Grimm mehrere Märchen und Sagen erzählt, die dann später in der Märchensammlung „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen wurden. In der Märchenwache werden zahlreiche Grimms-Märchen dargestellt, oft mit kurzen Erzählungen. Märchenbrunnen ist eine Sehenswürdigkeit mit der Hauptfigur der Wassernixe. Schauenburger Märchenwache und der Märchenbrunnen stehen in der Ortsmitte des Dorfes Breitenbach. Im Jahre 1997 wurde die ,,Märchenwache“ errichtet. Stadt Baunatal (Hessen): Diese hessische Stadt Baunatal ist der Geburtsort der deutschen Märchenerzählerin Dorothea Viehmann, die eine aktive Helferin der Brüder Grimm war. Mehrere Beiträge kamen in die Märchensammlungen von Jacob und Wilhelm Grimm. Stadt Niesen in Hessen: In Niesen schrieben die Grimms die Sage ,,Der Niester Riese“ auf. Heute ist es eine Skulptur aus Eichholz, die einen Riesen darstellt, der einen Stein zum Wurf bereitstellt. Die Niester Riesen sind Nadelbäume von außergewöhnlicher Dimension. An der Skulptur ist eine Tafel mit der Sageerzählung vorhanden.

Stadt Kassel – Alle Brüder Grimm besuchten das örtliche Gymnasium. Jacob und Wilhelm Grimm wohnten in Kassel über 30 Jahre. In Kassel steht ein großes Brüder-Grimm-Museum, das in ganz Deutschland bekannt ist. Im Kasseler Stadtteil Niederzwehren lebte die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann, die eine wichtige Sammlungsquelle für die Brüder Grimm war. Adresse des Brüder-Grimm-Museums lautet: 34117 Kassel., Weinbergstraße 21. Das Museum hat auch einen offiziellen Namen ,,GRIMMWELT Kassel“. Das neue Museum ist eigentlich ein großes Ausstellungshaus zum Wirken und zum Leben der Brüder Grimm errichtet worden. ,,GRIMMWELT“ ist in 25 Bereiche aufgeteilt, jeder Bereich ist mit Worten aus dem ,,Deutschen Wörterbuch“ benannt. Im Museum werden im Sommer öfter mal wechselhafte Sonderausstellungen präsentiert. Bis Oktober 2014 befand sich das Grimms-Museum im Palais Bellevue und war nicht als ein Museum etabliert. Das heutige Museumsgebäude ist ein Neubau auf dem städtischen Weinberg, steht in der Nähe von dem Museum für Sepulkralkultur (Spezialmuseum mit Themenfeld – Sterben, Tod, Bestattung, Gedenken und Trauer) und dem Hessischen Landesmuseum. Die Ausstellungsfläche der „GRIMMWELT“ beträgt 4000 Quadratmeter und ist auf fünf Geschosse aufgeteilt. Jeder Raum hat ein eigenes Thema dargestellt. Hessische Gemeinde Kaufungen – hier war schon immer beheimatet die Sage ,,Heilige Kunigunde“ – Heilige Kunigunde von Luxemburg (gestorben im Jahre 1033) und war eine bedeutende Kaiserin des Mittelalters. Über diese Kaiserin sammelten sich mehrere Legenden, die später in der Sage ,,Heilige Kunigunde“ dargestellt werden.

 Helsa (hessische Gemeinde) – In diesem Ort schrieben die Brüder Grimm die Sage ,,Der Honighof und die Frau Holle“ auf. Es ist eine Volkssage, die ihren Ursprung in der Region um den Hohen Meißner in Hessen genommen hat. Hauptpunkte dieser Erzählung sind der Geiz, Reichtum und gerechte Strafe. Honighof war ein reicher Bauernhof, aber die Familie des Hofbesitzers war geizig und trotzig, nur die Tochter war gütig. So lautete der Sagenanfang. Stadt Hessisch Lichtenau: Hier befindet sich der märchenhafte ,Frau-Holle-Park“ der vollständig diesem Grimms-Märchen gewidmet wurde,, und das Holleum (Frau-Holle-Museum). Das Frau-Holle-Museum ist in vier Abteilungen aufgeteilt, in denen die unterschiedlichen Themen und Ausstellungen dargestellt werden. Das Museum hat bestimmte Öffnungszeiten und festgelegte Eintrittspreise, die für Kinder und Erwachsene unterschiedlich sind – für Erwachsene sind es 2 Euro und für Kinder ab 6 Jahren sind es 1 Euro. Das Frau-Holle-Museum (Holleum) befindet sich im Alten Rathaus, Landgrafen 17 in 37235 Hess. Lichtenau. In der Stadt befindet sich ein Frau-Holle-Park mit einem Rundweg. Frau-Holle-Park besteht aus zwölf unterschiedlichen Stationen, die zusammen einen Rundweg geschaffen haben. Stadt Hessisch Lichtenau ist die Heimatstadt der Frau Holle. Der Rundweg beginnt am Torbogen des Parks und führt durch die märchenhafte fachwerkliche Altstadt bis zum Märchenbrunnen auf dem Marktplatz und hat eine Länge von 1300 Metern. Ursprünglich war der Frau-Holle-Park ein Stadtpark, der im Jahre 2006 in den Frau-Holle-Park umbenannt und umgestaltet wurde. Auf dem gesamten Parkgelände sind Motive aus dem Märchen ,,Frau Holle“ aufgestellt, die auf zwölf Märchenstationen verteilt sind. Der märchenhafte Park wurde von den Studenten der Kunstakademie Kassel gestaltet. Die Stadt Hessisch Lichtenau pflegt ihn sorgfältig. Das runde Eingangstor zum Park ist in Form eines Märchenbrunnens geschaffen, der die Unterwelt mit der Oberwelt vereinigt. Zahlreiche Märchenfiguren und Szenen mit Frau Holle. Ganzes Jahr und kostenfrei kann man den Frau-Holle-Park betreten.

Stadt Höxter und das Märchen ,,Hänsel und Gretel“ in der Stummrigestraße.

Höxter, Altstadt. In der Stummrigestraße wurde von der Stadtverwaltung in der Anfrage des Heimat- und Verkehrsvereins beschlossen im Jahre 2000 einen Hänsel-und-Gretel-Brunnen aus Bronze aufstellen. Dieses Märchendenkmal kostete damals 80.000 Mark. Weil die Stadt Höxter ein Mitglied der Gesellschaft ,,Deutsche Märchenstraße e. V.“ ist, wurde im Jahre 1998 eine eigene ,,Märchengesellschaft“ gegründet. In Höxter wurden von den Brüdern Grimm Sagen und Märchen aufgeschrieben, unter ihnen auch das Märchen ,,Hänsel und Gretel“. In der Zeit der Straßensanierung in der Altstadt wurde der „Hänsel-und-Gretel-Brunnen“ mit den drei Bronzefiguren und dem kleinen Fließbrunnen entfernt. Nach 14 Monaten wurde am Anfang des Monats August 2023 dieses Märchendenkmal wieder aufgestellt, aber ohne den Brunnen. Jedes Jahr im Oktober werden in der Altstadt öfter mal Veranstaltungen durchgeführt, die den Märchen von Brüder Grimm gewidmet werden, zum Beispiel der Märchensonntag. In dieser Zeit werden den Erwachsenen und Kindern von den Erzählern Märchen vorgetragen und von den Puppenspielern Sagen und Märchen dargestellt. Erwachsene kleiden sich ab und zu in Märchenfiguren und spielen den Kindern ein Märchen in der Marktstraße vor. ,,Märchenge – sellschaft“ erarbeitete ein Jahresprogramm vor. Am Berliner Platz leuchten die Ampeln mit Märchenfiguren: Hänsel (Ampelmännchen) und Gretel (Ampelfrau).

Stadt Melsungen in Hessen: In Melsungen wurde den Brüdern Grimm die Sage „Bartenwetzer“ erzählt und aufgeschrieben. Melsungen ist ein Teil der Deutschen Märchenstraße“ und Bartenwetzer ist hier beheimatet. Kurze Beschreibung der Sage: Es ist ein Holzfäller und eine Symbolfigur der Melsunger Bürger. Barten waren in deutscher mittelalterlicher Zeit eine Bezeichnung für eine Axt des Holzfällers. Das Rathaus hat ein kleines Türmchen mit den Bartenwetzer-Figuren. Die Stadt besitzt eine Bartenwetzerbrücke mit den Bartenwetzerfiguren aus Sandstein. Morschen (Hessen) – auf dem Gebiet der Gemeinde Morschen befindet sich das ehemalige Kloster Haydau, das von einer Äbtissin geleitet wurde. Im Kloster entstand die Sage ,,Äbtissin Gertrud von Haydau“. Kurze Inhalt der Sage lautet: Gertrud war die erste Leiterin des Frauenklosters Haydau und war eine enge Vertraute der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Heute ist das Kloster Haydau in ein modernes Hotel umgebaut und befindet sich in Privathänden. Hessische Stadt Bad Sooden-Allendorf – Heimatstadt der Frau Holle, der Goldmarie und der Pechmarie. In der Stadtmitte ist fast alles der Frau Holle gewidmet. Die Stadt pflegt sorgfältig das Grimm-Märchen „Frau Holle“ und ist ein fester Teil der Deutschen Märchenstraße. Alljährlich, kurz nach Ostern, findet die berühmte Märchenwoche statt. Von dem historischen alten Stadttor ,,Söder Tor“ (in der Rosenstraße errichtet 1704) schütten Frau Holle, Goldmarie und Pechmarie täglich ihre Betten aus den Fenstern auf die Straße. Am Söder-Tor fängt der sogenannte ,,Laternenweg“ an und führt durch die gesamte Parkanlage. Auf dem Parkgelände sind Ausschnitte aus verschiedenen Grimm-Märchen dargestellt. Auf dem Hohen Meißner (ein Stadtberg) wurde ein künstlicher Frau-Holle-Teich angelegt, der als Eingang zu ihrem Reich gilt. Am Teich wurde eine große Figur der Frau Holle aufgestellt. Es werden spezielle Führungen durch die Altstadt angeboten, die von der Frau Holle persönlich geleitet werden. Figuren der Frau Holle, Goldmarie und Pechmarie sind Tradition.

Mackenrode (Uder) in Thüringen – Hat einen großen ,,Märchenpark“. Zum Märchenpark führt ein neugeschaffenes Steintor. Im Dörflein wohnen nur 320 Menschen. Im Jahre 2009 wurde der Märchenpark geschaffen. Gleich hinter dem Eingangstor stehen Figuren aus dem Märchen ,,Hänsel und Gretel“, dann etwas entfernt Szenen aus ,,Der Wolf und die sieben Geißeln“ und daneben sieht man die Darstellung ,,Froschkönig“. In der Nähe des Dorfes liegt ein Aussichtshügel, der den Blick auf den gesamten Ort verschafft. Am Fuße des Hügels steht ein großer Backofen an den alle Interessanten selbst Brot, Kuchen oder Fladenbrot vorbereiten können. Auf dem Gelände steht ein Gasthaus ,,Am Brandhaus“ wo die Touristen bei Not übernachten können. Der Märchenpark ist ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet und gebührenfrei beim Betreten des Parkgeländes. Hessische Kleinstadt Witzenhausen: in der Stadt ist die Sage ,,Auszug der Wichtel aus dem Burgberg bei Emschwerd“. Eine deutsche Volkssage aus der Region um Witzenhausen. Wichteln wohnten tief unter dem Burgberg und waren aktive nächtliche Helfer der Einwohner des Ortes Emschwerd. Die Bürger wurden undankbar und neugierig, deswegen sind Wichteln aus dem Burgberg ausgezogen. Heilbad Heiligenstadt (Stadt in Thüringen) — Ist auch ein Teil der Deutschen Märchenstraße. Hier ist die Sage ,,Warum die Heilgenstädter die Möhrinkönige heißen“ entstanden und von den Brüder Grimm aufgenommen. Kurze Erläuterung der Sage wird jetzt von mir vorgetragen. Die Stadtbewohner wurden von einer großen feindlichen Militärtruppe angegriffen und kamen in Panik, weil der Torrigel fehlte. In dieser Zeit kamen von dem Feld zurück eine Frauengruppe mit einer reichen Möhrenernte. Eine junge Frau nahm eine riesige Möhre und schließt damit mit ihr das Stadttor. Die Feinde haben gedacht das die Stadt sehr gut verteidigt wird, und haben sich dann entschieden den Heilbad Neustadt nicht zu angreifen und kehrten nach Heim. So rettete eine riesige Möhre die Stadt vor Zerstörung. Seitdem werden die Stadtbewohner als ,,Möhrenkönige“ bezeichnet. Jährlich gibt es in Heiligenstadt ein Möhrenkönigfest.

Rotenburg an der Fulda (Stadt in Hessen): Die Stadt ist die Heimat der historischen Sage ,,Die Bornschisser“. Kurze Beschreibung der lustigen und gleichzeitig dramatischen Sage. In der Nähe der Stadt stand eine alte leere Burg, die von einer Bande bewohnt war. Die Banditen verunreinigten die ganze Umgebung, raubten die Leute aus. Menschen hatten vor der Rotte Angst und die Banditen erhielten von den Bürgern einen bösen Beinamen ,,Bornschisser“ (Born stand in der altdeutschen Sprache für ,,Quelle“ und „Schisser“ für Ausscheider). Nach einer langen Zeit wurde die Rotte verhaftet, aber die Bürger der Stadt Rotenburg an der Fulda werden noch bis heute mit dem Beinamen ,,Bornschisser“ beleidigt. Aktuell mit dieser Sage tut die Stadt den eigenen Charme und die Stadtgeschichte unterschätzen. Diese hessische Stadt ist ein Teil der Deutschen Märchenstraße. Auf dem Gelände des Stadtparks stehen mehrere Märchenfiguren, zum Beispiel: Froschkönig. In der Stadt selbst kann man öfters mal Skulpturen des ,,Bornschissers“ sehen. Niedersächsische Gemeinde Ebergötzen – hier sind beheimatet mehrere Legenden und Sagen, wo Wilhelm Busch die Hauptfiguren zeichnete und selbst sie in eine Gedichtform erzählte. Besonders bekannt sind die Sagen über Max und Moritz (Bubengeschichten über zwei Jungs, die gerne lustige Streiche spielten). Wilhelm Busch (1832-1908) war ein humoristischer Dichter und Zeichner. War ein erster deutscher Comic-Ersteller (Max-und-Moritz-Erzählungen). Dorf Bovenden (Niedersachsen): auf der Burg Plesse schrieben die Brüder Grimm mehrere Sagen und Märchen auf, von denen zwei in der Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen wurden – ,,Das stille Volk zu Plesse“ und ,,Die Schwanringe zu Plesse“. Heute ist Burg Plesse eine Burgruine, die als ein historisches Baudenkmal gepflegt wird. Stadt Göttingen in Niedersachsen – ein wichtiger Teil der Deutschen Märchenstraße. In Göttingen waren die Brüder Grimm mehrere Jahre an der Universität als Professoren und Bibliothekare tätig. Auf dem Marktplatz direkt vor dem Alten Rathaus steht ein märchenhafter „Gänseliesel-Brunnen“, der im Jahre 1901 geschaffen wurde und ein Wahrzeichen der Stadt Göttingen ist. Architekt Heinrich Stockhardt und Bildhauer Paul Nisse errichteten diesen Marktbrunnen. Seit dem Jahr steht auf dem Marktplatz der Märchenbrunnen mit der Originalfigur, sondern einer Kopie (das Original befindet sich im Stadtmuseum). Seit 1996 wird in der Stadt jährlich eine junge Frau zu ,,Gänseliesel“ gewählt. Es werden öfter mal Stadtführungen angeboten, die den Spuren der Brüder Grimm in Göttingen folgen. So eine Stadtführung dauert 90 Minuten.

 Hessische Gemeinde Wesertal: Jacob und Wilhelm Grimm schrieben hier eine bekannte deutsche Sage auf ,,Das Fährhaus“ und das Märchen ,,Schneewittchen“. Zu der Gemeinde gehört das Dorf Lippoldsberg mit der ehemaligen Klosterkirche Lipsberg. In der Kleinstadt Bad Karlshafen steht noch der Hugenottenturm, der als ein Baudenkmal gepflegt wird. Durch diese Orte ging der Reiseweg der Brüder Grimm in der Zeit der Sammlung von Sagen, Märchen und Legenden für ihre Werke. Fürstenberg an der Weser (Landkreis Holzminden, Niedersachsen) ist durch die örtliche Porzellanmanufaktur in dem ehemaligen Schloss eng mit der Deutschen Märchenstraße verbunden. Das Schloss ist eine Verbindung mit der Deutschen Märchenstraße. Stadt Holzminden (Niedersachsen) — In der Stadt Holzminden ist das Märchen ,,Der Wilde Jäger Hackelsberg“ beheimatet. Eine märchenhafte Erzählung über einen Jägermeister Hackelsberg, der unerwartet durch eine kleine Verletzung gestorben wurde. Jägermeister Hackelsberg ging täglich in den Wald und stellte dort dem Wild nach. Ein getöteter riesiger Keiler verletzte mit dem Hauer den Jäger am Bein. Der Jäger merkte es nicht und weil sich die Verletzung entzündete, stirbt er kurz danach. Wo der Jäger – Meister Hackelsberg – begraben wurde, ist nicht bekannt. Die Stadt Holzminden gehört zu der Deutschen Märchenstraße und ist ein Mitglied des Vereins ,,Deutsche Märchenstraße e. V.“. In ganz Deutschland ist Holzminden unter dem Beinamen ,,Märchendufte“ bekannt. Es werden in dem Betrieb ,,Müller+Müller“ Parfüms produziert mit unterschiedlichen Düften, die an Märchen uns erinnern. Jährlich wird in der Stadt das bunte und fröhliche ,,Fest der Märchen und Düfte“ für Kinder und Erwachsene vollbracht.

Niedersächsisches Dorf Polle zählt als Heimatort das Märchen ,,Aschenputtel“. 1812 wurde erstmals dieses Märchen von den Brüdern Grimm veröffentlicht. Im Jahre 1819 wurde von den Grimms eine geänderte Version neu aufgelegt und in das Werk „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Polle ist ein fester Teil der berühmten ,,Deutschen Märchenstraße“. Von Mai bis September wird jährlich auf dem Gelände der Burgruine das Märchen ,,Aschenputtel“ dargestellt. Wie es vermuten lässt, wohnte ursprünglich das Aschenputtel auf der Burg Polle. Seit 1996 wird an jedem vierten Sonntag von Mai bis September um 15 Uhr das sogenannte ,,Aschenputtelspiel“ aufgeführt. Von den Schauspielern werden die wichtigsten Szenen aus dem Märchen vorgetragen, die Vorstellung dauert ungefähr 30 Minuten und der Eintritt ist kostenlos. In der Nähe der Burgruine steht das ,,Haus des Gastes“ in dem liebevoll ein ,,Aschenputtel-Zimmer“ eingerichtet wurde mit vielen Gegenständen, Möbelstücken, Taubenfiguren und der Aschenputtel-Figur. Durch das Burggelände führt ein sogenannter „Aschenputtel-Weg“ mit verschiedenen Stationen, die mit einem Information-Schildchen gekennzeichnet sind: ein Herd, das Taubenhaus und der kleine goldene Schuh usw. Dieses Märchen ist mit dem Grafen von Everstein (der auf der Burg Polle mit seiner Familie lebte) verbunden. Für Erwachsene kostete der Eintrittspreis für die Besichtigung der Burgruine zwei Euro und für Kinder bis 12 Jahre einen Euro. Besichtigung ist möglich von April bis Oktober. Hessisch Oldendorf (Stadt in Niedersachsen): mehrere Sagen mit der Hauptfigur Betrüger und Räuber Baxmann, der mit Lüge, Raub und Betrug sehr reich wurde. Auf dem Marktplatz steht seit 2003 ein Baxmann-Brunnen mit Sagenfiguren. Dorf Wiedensahl in Niedersachsen ist eng verbunden mit der Deutschen Märchenstraße durch den Aufenthalt im Wiedensahl des deutschen Zeichners und humoristischen Dichters Wilhelm Busch.   

Schieder-Schwalenberg (Stadt in Nordrhein-Westfalen): Brüder Grimm schrieben in der Stadt viele Sagen und Märchen auf. Besondere Stelle wurde von der Sage ,,Die Burg Schwalenberg und das Stadtwasser“ Ein kurzer Inhalt der Sage wird jetzt von mir erläutert: In der Vergangenheit gab es an der Stadt Schwalenberg eine Wasserquelle, die die gesamte Stadt mit Trinkwasser versorgen könnte, und sie lag nur wenige Meter höher als die Stadt Schwalenberg stand. Es gab nur ein riesiges Problem: Der direkte Weg führte durch das steinerne, hügelige Gebiet, deswegen war es nicht einfach, durch diese Quelle die Stadt mit Wasser zu versorgen. Graf Volkwin bot zwei seiner Gefangenen Freiheit und Land an, wenn sie es schaffen, das Wasser in die Stadt umzuleiten. Die zwei Männer schafften es in einer monatelangen Arbeit, das Wasser entlang des Burgberges in die Stadt zu leiten. Diese Tat ist festgehalten mit dem Volkwinbrunnen auf dem Marktplatz mit einer Inschrift ,,Das Wasser, das gruben die Männer zwei und wurden dafür ihrer Ketten frei in grauer Vorzeit Tagen. Die Männer sind tot. Das Wasser stirbt nie. Springt munter vom Berge heute noch wie in grauen Vorzeitagen.“ Stadt Lügde in Nordrhein-Westfalen – Heimatort für zahlreiche Sagen und Märchen mit dem Hauptort, dem Köterberg. Auch in der Zeit der Brüder Grimm war die Stadt Lügde mit dem Köterberg ein Ort, der voll mit Sagen, Mythen und Legenden war. Besonders an die Mythen aus der Vergangenheit erinnert uns der heute deutschlandweit bekannte Brauch, der Osterräder – lauf am Kötenberg, der am Ostersonntag ausgeführt wird. Zuschauen kann man den Osterrä­derlauf gegen eine Eintrittsgebühr von 10 Euro. Erwachsene und Kinder bis 16 Jahre brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Nienburg an der Weser (Stadt in Niedersachsen) — hier wurden von Jacob und Wilhelm Grimm zahlreiche Lieder aufgeschrieben, besonders bekannt ist das humorvolle Lied ,,Ich bin die kleine Nienburgerin“.

Stadt Bodenwerder aus Niedersachsen: Bodenwerder an der Weser ist die Heimatstadt des ,,Lügenbarons“ Münchhausen, der hier geboren wurde und auch in dieser Stadt seine Ruhe fand. Die Brüder Grimm schrieben hier alle Geschichten und Mythen über den Baron Münchhausen auf. Im ehemaligen Wohnturm der Schulenburg befindet sich heute das Museum, das dem Baron Münchhausen gewidmet ist. Auf dem Marktplatz befinden sich mehrere Figuren des Lügenbarons. Das Schloss Münchhausen (Geburtsort des Barons) wird heute als ein Rathaus von der Stadtverwaltung benutzt. Vor dem Museum steht ein Brunnen mit der Figur des Barons. Von Mai bis Oktober werden am ersten Sonntag auf dem Rathausplatz die humorvollen Münchhausen-Spiele vorgetragen. Von Mai bis September werden jeden zweiten und jeden vierten Sonntag auf dem Rathausplatz das Münchhausen-Musical dargestellt. Hameln (Stadt, Niedersachsen) — Diese Weserstadt ist die Heimat des deutschen Märchens ,,Der Rattenfänger“. Fast alle Stadtführungen in Hameln werden von dem Ratenfänger vollbracht. Seit Dezember 2014 gehört das Märchen ,,Der Rattenfänger von Hameln“ zum UNESCO-Immateriellen Kulturerbe (Bräuche, Darstellungen, Wissen und Fertigkeiten des Menschen). Erste Sage stammt aus dem 16. Jahrhundert. Athanasius Kircher schrieb das Märchen über den Rattenfänger aus Hameln im 17. Jahrhundert auf. Am Westgiebel des Hochzeithauses (Osterstraße 2) befinden sich der Rattenfänger-Figurenumlauf und das Rattenfänger-Glockenspiel. Der Figurenumlauf und das Glockenspiel geschehen immer zu einer gewissen Uhrzeit. Am Sonntag gehen die Rattenfänger und seine Mitspieler auf der Hochzeitshausstraße eine Vorstellung. Ursprünglich schrieben Jacob und Wilhelm Grimm die Geschichte unter dem Titel ,,Die Kinder zu Hameln“ auf. Die Rattenfängergeschichte sollte im Jahre 1284 am 26. Juni stattgefunden haben.

Niedersächsische Stadt Hoya: In dieser Stadt schrieben die Brüder Grimm die sogenannte Zwergensage ,,Der Graf von Hoya“ auf, die dann später in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen und veröffentlicht wurde. In der Sage ist die Rede, dass zwischen den Grafen und den Zwergen, die auf dem Schloss Hoya damals wohnten, ein Pakt beschlossen wurde: Zwerge schenkten dem Grafen ein Schwert, einen seltenen Textilstoff in großer Menge und einen goldenen Ring mit einem roten Löwen. Als Gegenstand wünschten die Zwerge in der Nacht, die Schlossküche für eigene Feiern zu benutzen. Der Graf muss aber die drei Geschenke immer bei sich behalten, sonst wird über die Grafschaft Hoya Unglück herrschen. Am Ende gingen alle Gegenstände verloren und das führte zum Verlieren der Selbstständigkeit. Diese Sage sollte die historische Vergangenheit der Stadt präsentieren. Verden (Stadt, Niedersachsen) — Heimatort des Märchens ,,Klaus Störtebeker“. Eine kurze Erläuterung von mir: In vielen Sagen, Legenden und märchenhaften Erzählungen wird Klaus Stötebeker als ein deutscher Robin Hood der Meere dargestellt. Der den Reichen das Geld und Vermögen abnahm und den Armen gab. Besonders bekannt sind die Szenen seiner Hinrichtung in Hamburg. Nach der Enthauptung sollte Klaus Störtebeker aufgestanden sein und an elf seiner Männer vorbeigelaufen sein, so sie gerettet haben von dem Tod. Seit dem Jahr 1401 werden in der Stadt Verden jedes Jahr 1600 Heringe und 530 Brote an die armen Stadtbewohner verteilt. Diese Tradition lebt auch noch heute. 1985 wurde auf dem Marktplatz ein Brunnen-Denkmal aufgestellt mit der Figur des Klaus Störtebekers, der an den Armen Brot und Heringe verteilt. Als eine echte Person der Stadtgeschichte von Verden war Klaus Störtebeker ein Pirat in Ostsee und in Nordsee, der den Hanse-Handelsbund störte.

 Hansestadt Buxtehude (Niedersachsen) – Ein Teil der Deutschen Märchenstraße, in der die Brüder Grimm mehrere Märchen und Sagen aufgenommen haben. Als eigene Identität nahm die Stadt Buxtehude das Märchen ,,Der Hase und der Igel“ als Wahrzeichen auf und pflegt sie auch noch heute. Bremen (Hansestadt und Bundesland): war ist auch heute eine bedeutende Station der Werke der Brüder Grimm, besonders mit dem Märchen ,,Bremer Stadtmusikanten“. Seit dem Jahr 1953 steht neben dem Rathaus die Bronzestatue, die den „Bremer Stadtmusikanten“ gewidmet ist. Geschaffen wurde dieses Denkmal vom Bildhauer Gerhard Marcks. Heute sind die Bremer Stadtmusikanten ein bedeutendes, weltweit bekanntes Wahrzeichen des Bundeslandes. Von April bis Oktober werden jährlich an jedem Sonntag auf dem Liebfrauenkirchplatz die sogenannten ,,Stadtmusikanten-Spiele“ durchgeführt. Es ist eine kostenfreie Darstellung. Historisch gesehen haben die Brüder Grimm wie auch die ,,Bremer Stadtmusikanten“ nie Bremen besucht. Das Märchen stammt, wie es bewiesen ist, nicht aus Bremen, sondern aus einem westfälischen Ort, aber der Wunsch der vier Tierfreunde (Esel, Hund, Kater und Hahn) war, Bremen zu erreichen und dort als Musikanten aufzutreten.

Dorf Bökendorf bei Brakel (Nordrhein-Westfalen): Heimatort der Sage ,,Das Mädchen von Brakel“. Das Dorf Bökendorf ist eng mit der sogenannten ,,Deutschen Märchenstraße“

verbunden. Lange Zeit wohnten Jacob und Wilhelm Grimm in Bökendorf in dem Herrenhaus der Adelsfamilie Haxthausen (die gute Freunde der Familie Grimm waren). Auf dem Gutshof wurden viele Sagen, Legenden und Märchen aufgeschrieben. Ludowinengarten in dem Dorf Bökendorf, weil der Lieblingsplatz der Brüder Grimm. Die Sage ,,Das Mädchen von Brakel“ ist dargestellt auf dem Marktplatz gegenüber dem Rathaus in der Stadt Brakel, der im Jahre 1988 von dem Künstler Hubert Löneke aus Biller geschaffen wurde. Der Marktbrunnen ist mit mehreren Bronzefiguren verziert und ist ein Wahrzeichen der Stadt Brakel im Kreis Höxter.

Kurze Erläuterung der Sage – Es ging öfters mal aus dem Brakel nach der St.-Anna-Kapelle, die in der Nähe der Hinnenburg steht, und hat die Heilige Anna gebeten, dass sie ihr einen liebevollen und schönen Mann so schnell wie möglich darstellt. Sie dachte, dass in der Kapelle niemand ist, und betete sie laut los. In dieser Zeit stand hinter dem Altar der Küster und hörte alles. Nachdem das Mädchen aufgehört hatte zu beten, rief er leise ,,Du bekommst keinen Mann!“. Das Mädchen wurde wütend und schrie laut die Statue ,,Marienkindchen“ an, dass sie den Schnabel halten sollte. Sie erwartete eine Antwort von der Heiligen Anna, aber sie sagte nichts. Diese Sage wurde von den Brüdern Grimm aufgeschrieben, aber in das Werk „Kinder- und Hausmärchen“ nicht aufgenommen. Besonders am ,,Annentag“ in Brakel sind zwei junge Frauen in der Altstadt unterwegs, die als ,,Anneken“ verkleidet sind. 

Jacob und Wilhelm Grimm sind durch ihre Märchen- und Sagesammlungen weltweit bekannt geworden und bis heute bei den Kindern und Erwachsenen sehr beliebt. Über 200 Jahre sind sehr viele Kinder mit den Märchen und Sagen der Brüder Grimm aufgewachsen. Von Anfang an wurden von ihnen die Märchen und Sagen in unterschiedlichen Sammlungen aufgeteilt. Im Dezember 1812 wurde die erste Märchensammlung „Kinder- und Hausmärchen“ von ihnen herausgegeben. Im Jahre 1816 wurde die berühmte Grimms-„Sagensammlung“ mit 550 Sagen erstmals veröffentlicht. Für Grimms waren Märchen Fantasiegeschichten. Die Sagen erzählen von Personen und Orten, die in Wirklichkeit da sind oder in der Vergangenheit existierten. Nicht nur aus mündlichen Erzählungen wurden die Märchen und Sagen aufgenommen, sondern auch durch mehrere Forschungen in den Archiven und Bibliotheken wurden die erzählten Ortssagen überprüft und dann erst herausgegeben. Neben den Texten wurden auch zahlreiche Illustrationen von verschiedenen Künstlern dazu aufgenommen.      

Nach oben scrollen