Bad Driburgs Geschichte des Glashandels und der Manufaktur

Am 19./20.09.2026 ist in Bad Driburg wieder einmal das Glas-Stadt-Fest und um darauf vorzubereiten, dachte ich, einmal etwas über die Geschichte dieser Stadt zu schreiben. Die Glasstadt Bad Driburg hat eine lange Geschichte hinter sich, und in nur einem Beitrag werde ich leider nicht alles in der Gesamtheit, die Sie verdient, niederschreiben können. Weswegen ich mich passend zum Thema des Glasstadt-Festes auf die Geschichte des Bad Driburger Glasmarkts konzentriere.

Bad Driburg hat ca. 900 Jahre Glasgeschichte, mit den frühesten Glasofen-Fundamenten zurückgehend bis zum Jahre 1100. Da das Gebiet am Rande des Egge-Gebirges reich an Sand, Kalkstein und natürlich einer sehr großen Menge an Holz ist. Mit diesen Materialien und dem lokalen Sandstein haben die Glasmacher damals Bienenkorb-Glasöfen errichtet und rundherum den Wald abgeholzt, woraufhin sie dann weitergezogen sind.

Zum Beginn des 16. Jahrhunderts waren die Wälder im Besitz des Bistums Paderborn. Gegen 1500 war die wirtschaftliche Lage in der Region sehr strapaziert. Die lokalen Bauern hatten Probleme, ihre Abgaben an das Bistum zu zahlen, und weitere Verdienstmöglichkeiten gab es nicht. Um der Situation auszuhelfen und der Wirtschaft einen kleinen ‚Kickstart‘ zu geben, haben die Fürstbischöfe Glasmacher für die Region angeworben. Diese Glasmacher haben den Grundsatz für die Glasindustrie und der daraufhin folgende aufblühende Glashandel hat Wunder bewirkt für die Ökonomie. Als ein weiteres Detail, was heute als Bad Driburg bekannt ist, hatte damals die Äbtissin von Heerse als Lehnsherrin, welche Verträge mit den Glasmachern hatte, den frühsten Vertrag, den wir aufweisen können, ist vom Jahr 1532.

Und um einmal etwas vorzulaufen zum Jahre 1864: In diesem Jahr wurde Bad Driburg an die Bahn angeschlossen, was das Beheizen der Glasöfen um Mengen günstiger gemacht hat. Da durch diese Entwicklungen Waldglashütten unprofitabel geworden sind, wurden stattdessen in der Stadt drei Glasfabriken erbaut. Sogar die Glashütte in Siebenstern wurde in diesem Zeitraum modernisiert. Jedoch nach der Weltwirtschaftskrise 1929–30 wurden nur zwei Glashütten wieder in Betrieb genommen. Die Glashütte in Siebenstern wurde erst 1951 wiedereröffnet als modernes Pressglas-Hüttenwerk unter dem Namen Walther-Glas.

Im selben Zug, als sich die Glasherstellung entwickelte, genauso hatte sich der Handel entwickelt. Um 1900 gab es mehr als 100 Glashändler. Selbst wenn es heute in Bad Driburg keine direkte Glasproduktion mehr gibt, ist die Stadt immer noch eines der größten Glashandelszentren Europas. Die Geschichte der originalen drei Glashandelsunternehmen der heutigen Zeit haben auch wunderbar detaillierte Ausstellungen im Bad Driburger Glasmuseum.

Natürlich ist noch mehr zu diesem Thema zu lernen. Besonders am 19./20.09.2026 beim Glasstadt-Fest wird das Glasmuseum in Bad Driburg auch geöffnet sein, um jedem, der noch weiter neugierig ist, über die Geschichte des Handels und der Kreation zu helfen. Natürlich ist der Eintritt in das Museum frei, jedoch freuen sich die Damen und Herren, die dort ehrenamtlich arbeiten, über freiwillige Spenden!

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