Soziale Angststörung

Hattest du schon einmal eine sehr starke, instinktive Angstreaktion in einer ganz normalen sozialen Situation? Aus dem Nichts stockt der Atem, die Hände zittern und die Gedanken sind so verzerrt, dass du einem Gespräch nicht mehr folgen kannst? Du wärst mit solch einer Erfahrung nicht allein. Zwischen 10 und 14 % der deutschen Bevölkerung leiden an Angststörungen. Aber wieso? Was löst das in einem Menschen aus?

Vorab müssen wir zwischen Phobien und allgemeinen Angststörungen unterscheiden. Bei einer Phobie wissen wir generell, was die Angst auslöst – manche Menschen haben zum Beispiel Angst vor Clowns. Angststörungen hingegen werden oft durch eine Vielzahl alltäglicher Situationen getriggert. Dazu gehören das Betreten eines vollen Busses, das Stehen auf einer hohen Plattform – wo man an nichts anderes als den tiefen Fall denken kann – oder einfach das Sprechen vor einer Gruppe. All das und zahllose andere Beispiele können zu Atemnot, zitternden Händen und weiteren Symptomen führen.

Nun, da wir einige Beispiele für die Auslöser kennen: Was kann man tun, um diese Angstzustände zu bekämpfen?

Zum einen gibt es medikamentöse Hilfe, um diese Ängste zu unterdrücken und besser zu kontrollieren. Jedoch sind solche Medikamente normalerweise erst zugänglich, wenn man bereits eine Gesprächstherapie begonnen hat. In diesen Therapiesitzungen geht es meist darum, die Ursachen für die Zustände zu ergründen. Man lernt, die eigenen Gedanken besser zu steuern, um sich selbst aus schwierigen Situationen zu befreien.

Um sich selbst zu helfen, ist der erste Schritt oft auch der schwerste: sich das Problem einzugestehen. Es ist allzu leicht, sich dafür zu schämen, dass man eine so paralysierende Angst vor Dingen hat, die die meisten Menschen als „ganz normale Situationen“ empfinden. Aber es gibt keinen Grund zur Scham. Millionen von Menschen leiden an derselben oder einer ähnlichen Krankheit.

Der nächste Schritt ist ein Wechsel der Perspektive. Viele Situationen werden von den eigenen Nerven viel bedrohlicher dargestellt, als sie eigentlich sind. Hier hilft der Versuch, sich innerlich von der Situation zu distanzieren und sie ganz objektiv zu betrachten.

Wenn man mit diesem Schritt erste Erfolge erzielt, fällt der dritte Schritt schon viel leichter. Sobald die Panik einsetzt, verfängt man sich schnell in einer negativen Gedankenspirale. Hier gilt es anzusetzen: „Das neue Umfeld ist gruselig und ich schaffe das sowieso nicht“ wird zu „Hier ist eine Gelegenheit, mich zu beweisen und neue Erfahrungen zu machen!“.

Nach oben scrollen