Schon vor Zeiten von künstlichen Konservierungsstoffen gab es Wege, saisonale Lebensmittel haltbar und lagerfähig zu machen.
Ein sehr beliebter Weg war und ist es, Lebensmitteln ihre Feuchtigkeit zu entziehen. Das Dörren ist deshalb ein wichtiges Mittel, da sich der Aufwand in Grenzen hält und das Ergebnis vitaminreiche, lagerfähige Lebensmittel bringt.
In diesem Artikel berichte ich über die Methodik, die Vor- und Nachteile sowie Erfahrungen aus einem Selbstversuch.
Ist Dörren 2026 noch sinnvoll?
In unserer aktuellen Zeit sind wir umgeben von Geschmacksverstärkern, künstlichen Konservierungsmitteln oder Verarbeitungsprozessen, die nicht immer förderlich für die Qualität der Lebensmittel sind.
Gerade bei gedörrten oder getrockneten Lebensmitteln werden oft Konservierungsmittel eingesetzt, um die Prozesse zu beschleunigen. Dies mindert die Qualität und den Gehalt von Vitaminen. Beispielsweise ist Schwefeln ein beliebter Prozess bei Trockenfrüchten. Diese werden im industriellen Rahmen, mit einer deutlich höheren Hitze getrocknet, was bereits zu einem höheren Verlust der Vitamine führt. Schwefel wird eingesetzt, um die Farben der Früchte kräftiger zu halten und die Entstehung von Mikroorganismen zu verhindern.
Geschwefelte Produkte bergen jedoch das Risiko, bei empfindlichen Menschen für Kopfschmerzen, Übelkeit oder Magenprobleme zu sorgen.
Deshalb ist das Dörren zuhause eine wunderbare Alternative, um Früchte ohne Zusatzstoffe haltbar zu machen, und keine speziellen Gerätschaften angeschafft werden müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass getrocknete Früchte im Handel sehr teuer sind. Auch hier ist selbst trocknen die bessere Lösung.
Dörren ist nicht kompliziert.
Wer gerne getrocknetes Obst verwendet und auf die teuren Produkte im Handel zurückgreift, wird sich vielleicht schon mal gefragt haben: „Gibt es nicht eine günstigere Alternative?“
Ja, diese gibt es und sie ist nicht einmal kompliziert. Obst, Früchte, Fleisch oder auch Kräuter können ganz einfach zuhause verarbeitet werden.
Hierfür gibt es verschiedene Methoden. Wer sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird wahrscheinlich schon auf Dörrautomaten gestoßen sein. Diese beginnen bei ca. 30€ für Einsteigermodelle, werden aber schnell kostenintensiv bis hin zu mehreren Hundert Euro.
Diese Dörrautomaten lohnen sich jedoch nur für diejenigen, die häufig größere Mengen dörren. Eine einfache Alternative hierzu ist der Ofen zuhause. Richtig zugeschnitten und verteilt, können Lebensmittel im eigenen Ofen bei niedrigen Temperaturen bis 50°C getrocknet werden. Hierzu müssen die zu dörrenden Lebensmittel nur auf Backpapier oder besser einem Netz verteilt werden, ohne dass diese sich berühren. Der Ofen wird im niedrigen Temperaturbereich betrieben und die Ofentür wird mit einem Kochlöffel leicht offengehalten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Wer energiesparender arbeiten möchte, kann im Sommer oder an sonnigen Herbsttagen auch die Sonne nutzen. Hierfür sollte das Dörrgut auf einer luftdurchlässigen Unterlage oder auf einer Schnur aufgefädelt in der Sonne trocknen.
Genauso gut funktioniert die eigene Heizung im Winter. Da ohnehin geheizt wird, kann Dörrgut auch auf Backpapier auf die Heizung gelegt werden.
Im besten Fall nutzt man sehr reifes Obst, da dieses intensiver und süßer schmeckt.



Weitere Möglichkeiten
Abgesehen von Dörrobst und -gemüse können auch Fleisch, Kräuter oder Nüsse getrocknet werden.
Beef Jerky beispielsweise wurde in den letzten Jahren immer beliebter. Dieses ist jedoch sehr teuer und kann zuhause auch selbst erstellt werden.
Hierfür muss das Fleisch in sehr dünne und feine Streifen geschnitten und nach Belieben gewürzt werden. Flüssigwürzmischungen bieten sich an, da sie während des Dörrvorgangs nicht so einfach vom Fleisch fallen.
Wer eigene Kräuter im Garten anbaut, kann auch diese trocknen und weiter in der Küche verwenden.




